Wer schon länger online Poker spielt, erinnert sich vermutlich an Pineapple Poker. Hinter diesem exotisch bis anmutenden Namen verbergen sich einige Pokervarianten, die viel mit Texas Hold’em und Omaha Hold’em gemeinsam haben. Im Gegensatz zu diesen beliebten Varianten von Poker, bei denen jeder Spieler zu Beginn zwei verdeckte Karten erhält, bekommt man bei Crazy Pineapple drei solcher Karten. Von diesen muss man allerdings nach dem Flop eine auswählen, die man wegwirft, und ansonsten bleibt alles beim Alten, das Spiel geht also genau wie Texas Hold’em weiter. Eine weitere Variante aus der Ananas-Familie ist Lazy Pineapple (auch Tahoe genannt), bei der man zunächst ebenfalls drei Karten bekommt und sämtliche drei Karten bis zum Showdown behalten darf. Man kann jedoch nur maximal zwei seiner privaten Karten dazu verwenden, um seine Pokerhand zu bilden. Auch diese Pokervariante ist also letztlich sehr eng mit Texas Hold’em verwandt. Lediglich bei einer Variante, die Super Hold’em genannt wird, darf man sämtliche drei privaten Karten einsetzen, um sein bestes Blatt zu bilden.
Für einige Zeit hat es so ausgesehen, als könnten sich diese Varianten in den Onlinepokerräumen etablieren, da sie sich einer gewissen Popularität erfreut haben. Allerdings sind sie nach einiger Zeit verschwunden und konnten sich letztlich gegenüber anderen Pokervarianten nicht behaupten. Entsprechend findet man Pineapple Poker heute praktisch nirgends mehr, weder online noch in Kasinos. Der Grund hierfür dürfte sein, dass diese Varianten zu große Ähnlichkeit zu Texas Hold’em aufweisen. Um sich als eigenständige Varianten zu etablieren und als solche ernstgenommen zu werden, bedarf es wohl einiger wirklich aufregender Neuerungen – und diese fehlen hier einfach. Die Entscheidung darüber, welche Karte man wegwerfen möchte, fällt normalerweise relativ leicht. Daher wird für Pineapple Poker keine radikal andere Pokerstrategie benötigt, als man sie für Texas Hold’em kennt. Der Reiz des Neuen ist also relativ schnell verflogen und dahinter war nichts von Substanz zu finden. Zwar würde man sich einerseits wünschen, dass online mehr Varianten von Poker aktiv gespielt werden, um eine größere Auswahl zu haben. Eine Zersplitterung des Spielerfelds hat jedoch auch Nachteile, weil man dann beispielsweise bei der populärsten Variante Texas Hold’em nicht mehr aus einer so großen Anzahl an Tischen, an denen gleichzeitig gespielt wird, und Einsätzen auswählen könnte. Das wäre besonders für den Profi nachteilig, da es sehr ausgefeilte Strategien gibt, die sich mit der Tischwahl und der Sitzwahl beim Onlinepoker befassen. Wer dagegen erst dabei ist, Poker online zu lernen, möchte sich eher verschiedene Varianten anschauen, die sich wirklich deutlich unterscheiden, um einen Eindruck von der vollen Bandbreite an Pokerspielen zu bekommen.


